Salzburger Religionstriennale 2015

Religionskulturen:
Zivilisierung und Humanität im Zeichen der monotheistischen Religionen

Judentum, Christentum und Islam haben eigene Religionskulturen herausgebildet, die sich in ihren religiösen Lebensformen, in Ritualen und Wissensformen, in Handlungsregulativen und ästhetischen Zugangsweisen, in Erinnerungstechniken und ihrer sozialen Kommunikation durchsetzen. Einen besonderen Ort nehmen die jeweiligen Wissenschaftskulturen ein, die sich unterschiedlich herausgebildet haben und sich exemplarisch an der Verhältnisbestimmung von Theologie und Philosophie, an offenbarungstheologisch informiertem Wissen und autonomer Vernunfterkenntnis festmachen. Sie betreffen die Bestimmung des Ortes, den der Mensch und damit das säkular wie religiös begründungsoffene Konzept von Humanität einnimmt. Historisch ist von Bedeutung, auf welcher Basis Judentum, Christentum und Islam Beiträge für die Entwicklung jenes europäischen Verständnisses von Menschenwürde und Menschenrechten (einschließlich des Rechtes auf Religionsfreiheit) geleistet haben, die für die politische Ordnung Europas konstitutiv sind. Wo finden sich theologische Begründungsressourcen? Welche Beiträge können die drei großen monotheistischen Religionen einbringen?